Freitag, November 04, 2005

Krieg im Tierreich

Über dieses Video läßt sich manches Negative sagen; es ist absolut reißerisch gemacht. Die Tiere werden in unzulässigem Maße 'vermenschlicht', um die dramatische Wirkung zu erhöhen. Und vor allem: Hornissen sind keine "natural born killers". Sie sind Raubtiere, die im Gegensatz zum Halbwissen vieler Leute weit weniger aggressiv sind als Wespen, weniger giftig als Bienen (!), die eine wichtige Funktion im Ökosystem erfüllen und unter Naturschutz stehen.

Trotzdem übt es eine garstige Faszination aus. Gezeigt wird ein Schwarm Hornissen, der über einen Bienenstock herfällt wie eine Horde Orks über eine Kindertagesstätte. Nach drei Stunden, so der Kommentar, liegen dreißigtausend zumeist geköpfte Bienen vor dem Eingang des Stocks, während die Hornissen im Inneren die Larven fressen...
(via Cynical-C)

Das etwas andere Weihnachtsgeschenk

Wer Mutti nicht schon wieder mit einem Handstaubsauger überraschen möchte, kann in diesem Jahr statt dessen im CSU Merchandising-Megastore vorbeisurfen und einen lebensgroßen Papp-Stoiber erstehen. Viel Spaß damit!

Shock and Awe

Seit 1955 wird (fast) jedes Jahr der World Press Photo Award vergeben. Die Preisträger der letzten fünfzig Jahre könnt Ihr Euch hier anschauen, aber Vorsicht: fast alle Aufnahmen wurden in Kriegs- und Krisengebieten gemacht und sind daher nicht immer was für schwache Nerven.

(via Ronsens)

Donnerstag, November 03, 2005

Herzlichen Glückwunsch, Ruhollah Khomeini!

Der Großayatollah wurde zum Diktator des Monats ernannt.

Mahlzeit!

Hoffentlich war das Hähnchen vorher schon tot:

Mütter kennen keine Gnade

Wenn Mütter zu Besuch kommen, ist bekanntlich gerne mal etwas Blogeskes geboten; diese Erfahrung mußte auch Herr Paulsen machen, als seine Mutter anläßlich eines Besuches bei ihm in Hamburg einen Abstecher auf die Reeperbahn machen wollte. Lest selbst.

Klüger werden mit Christians Ecke

Der Filibuster ist eine Taktik im amerikanischen Senat, die bei anstehenden Abstimmungen von der jeweiligen Minderheit angewendet werden kann und darauf beruht, daß US-Senatoren nach der Geschäftsordnung dieser Kammer unbegrenzte Redezeit haben und sich dabei nicht zwingend zum fraglichen Tagesordnungspunkt äußern müssen- solange sie daß Rednerpult nicht verlassen, und sei es nur, um pinkeln zu gehen.
Das Ziel ist dabei, die Abstimmung durch Zermürbung zum Platzen zu bringen oder wenigstens Zeit zu gewinnen, um möglichst viele Angehörigen der Mehrheit hinter den Kulissen umzustimmen (eine Fraktionsdisziplin wie der Bundestag oder gar eine Weisungsgebundenheit wie der Bundesrat kennt das amerikanische Parlament nicht).

Den Rekord hält Strom Thurmond, ehemaliger Senator von South Carolina: am 28. August 1957 begann Thurmond um 20:54 Uhr eine Rede, die um 21:12 Uhr endete- allerdings am 29. August. Das entspricht einer Redezeit von 24 Stunden und 18 Minuten. Einzelheiten über diesen rhetorischen Marathon könnt Ihr hier nachlesen (via Cynical-C).

Mittwoch, November 02, 2005

Nicht verwechseln!

Wer hätte das gedacht?

1930 erschien Micky Maus noch nicht als eigene Zeitschrift, sondern als Vier Panel-Strip in amerikanischen Zeitungen, ähnlich wie heute Garfield oder Calvin & Hobbes. Soweit ist das nicht überraschend. Unbekannt war mir allerdings, daß es eine Micky Maus-Geschichte gab, in der sich der Protagonist über mehrere Folgen hinweg auf 'lustige' Art umzubringen versucht, weil ihm Dauerfreundin Minnie ausgespannt wurde.

Hier könnt Ihr Euch selbst überzeugen.

Frisch getestet

Kategorie: Ego-Shooter mit Horror- elementen

FEAR ist ein Actionspiel, das schnörkellos und im besten Sinne altmodisch daherkommt. Im Gegensatz zu vielen anderen Titeln, die in den letzten Jahren erschienden sind, geht es hier nicht darum, mit Hilfe von ungefähr dreihundert Tastenkombinationen einen herzlich nutzlosen Trupp von Soldaten gegen Krauts, Japse, Charlies oder sonst wen in die Schlacht zu führen, um für Uncle Sam irgendeinen Krieg an irgendwelchen Originalschauplätzen zu gewinnen. Statt dessen darf man sich mal wieder als Einzelkämpfer beweisen und seinen Gegnern nach dem Motto "Dran, drauf, drüber!" zeigen, wo der Hammer hängt.

Die Hintergrundgeschichte ist schnell erzählt, unoriginell und völlig belanglos: Du bist frischgebackenes Mitglied der US-Spezialeinheit FEAR (First Encounter Assault Recon), die ins Leben gerufen wurde, um paranormalen Bedrohungen zu begegnen. Gleich am Tag Deines Dienstantritts meutert ein hochrangiger, telepatisch begabter Offizier mit Hilfe einer Elitetruppe von Klon-Soldaten, denen Du Dich in den Weg stellen mußt. Seine Absichten sind unklar, aber es handelt sich offenbar um eine Verschwörung- und es scheint mit Deiner Vergangenheit zu tun zu haben...

Was FEAR an Originalitität abgeht, macht es an anderer Stelle wett; vor allem zwei Eigenschaften des Spiels fallen positiv auf und heben es von der Masse ab. Zum einen ist die KI der Feinde schon fast sensationell: sie nutzen die vorhandene Deckung sehr geschickt aus, schießen verdammt gut, greifen nur frontal an, wenn sie in der Überzahl sind und versuchen dann, einen von zwei Seiten gleichzeitig in die Mangel zu nehmen. Wow- das Beste, was ich bis dato in dieser Hinsicht gesehen habe! Die Feuergefechte gegen diese Klonkrieger machen richtig Laune und wären ein Himmelfahrtskommando, wenn man nicht einen wiederaufladbaren Zeitlupen-/Matrixmodus zur Verfügung hätte, wie man ihn schon von Max Payne kennt.

damit beschäftigt ist, um sich zu schießen, bekommt man gekonnt subtilen Grusel serviert, der an manchen Stellen wahrhaft nerven- aufreibend ist. Hier wirkte offensichtlich der Film The Ring als Inspirationsquelle, denn auch in der Welt von FEAR gibt es ein kleines Mädchen, vor dem man große Angst haben sollte und das gerne in dunklen Ecken auf Spielkameraden wartet.
Davon gibt es dann auch genug. Einen Großteil der Zeit bewegt man sich durch mies beleuchtete Abbruchhäuser, Lagerhallen und Bürokomplexe, die still und verlassen daliegen- nur die Leichen und Blutlachen, über die man immer wieder stolpert, lassen ahnen, daß man nicht allein ist. Und ausgerechnet dann bleibt man an irgendeinem Karton hängen, der untermalt von anschwellender Gruselmusik überlaut vom Regal poltert...

Die Grafik von FEAR entspricht nicht der Güte des Sounds und kann nicht mit Half Life 2 mithalten; besonders im Bereich Lichteffekte hätten die Entwickler gerne noch ein Schippchen drauflegen dürfen (ich denke da nicht zuletzt an die Lauflichter in Doom 3). Erfreulich fand ich dagegen, daß die Ragdoll-Effekte nie protzig, sondern eher unaufdringlich eingesetzt werden und vor allem dann zur Geltung kommen, wenn man gegnerische Klon-Soldaten ins virtuelle Nirvana befördert. Dabei wurden die Gewaltdarstellungen im Vergleich zur US-Version teilweise recht stümperhaft entschärft- schießt man mit großkalibrigen Waffen auf einen Feind, löst sich dieser einfach in Luft auf, statt sich wie im Original im Raum zu verteilen. Trotzdem geht die Freigabe ab 18 insgesamt in Ordnung.

Fazit: kein Meilenstein, aber ein grundsolides Spiel, bei dem Genre-Fans auf ihre Kosten kommen werden.

Ich & meine Magnum

Eigentlich wollte ich Euch ja mitteilen, ob sich der Kauf einer Eintrittskarte für Wächter der Nacht lohnt. Ich habe dann aber gestern nach ca. zehn Minuten den Kinosaal verlassen, weil sieben bis acht besoffene Idio angeheiterte junge Männer direkt hinter mir Platz genommen und den Beweis angetreten haben, daß sich die eigene Witzigkeit stets proportional zu der konsumierten Menge an Alkohol verhält.

Nicht zum ersten mal habe ich mir die Fähigkeit gewünscht, meinen Kopf um 360° rotieren lassen und dabei eine Stimme wie Darth Vader haben zu können- das würde meinen Bitten um ein klein wenig Rücksichtnahme mehr Nachdruck verleihen.

Dienstag, November 01, 2005

Allerheiligen

Hier in Sachsen ist zwar kein Feiertag, aber es paßt zum Anlaß: ein Überblick über 5039 Heilige der katholischen Kirche samt jeweiliger Lebensgeschichte, wahlweise nach Zuständigkeit oder alphabetisch recherchierbar. Dazu gibt es noch Bildergallerien, ein Glossar sowie eine Zeitschiene.

Der Plattentipp der Woche


Nachtrag: ein Blick in die Wikipedia zeigt, daß Hans Krankl noch ganz andere musikalische Schmankerln abgeliefert hat: zu seinen bekanntesten Liedern zählen Rostige Flügel, Lost Boy sowie Der Bätmän bin i. Tu felix austria!

Umfrage

Das historische Institut der Uni Saarbrücken führt aktuell eine Umfrage zur Wahrnehmung von historischen Epochen und Ereignissen sowie des Einflusses von TV-Dokus, Mittelaltermärkten und anderen Vermarktungen von Geschichte auf diese Wahrnehmung durch. Über eine rege Beteiligung würde man sich dort freuen...

BILD dir deine Meinung

Ich gestatte mir, diesen gestern veröffentlichten Post des BildBlogs wörtlich zu zitieren:

Ausgebeutet: der gute Ruf von "Bild"

Kommt ein schmierbäuchiger Mann im Feinripp-Unterhemd zum Kiosk. Sagt: "Gib ma Zeitung." Sagt der Kiosk-Besitzer: "Is aus", und schiebt ihm eine "taz" rüber. Sagt der Feinripp-Typ: "Wat is dat denn?", blättert lustlos in dem Papier, stöhnt: "Mach mich nich fertig, du." Bedrohliche Pause. Endlich greift der Kiosk-Besitzer unter die Ladentheke und gibt ihm eine "Bild". Erleichterung. Alle grölen.

Ein anderer Tag. Der Feinripp-Schmierbauch geht wieder zum Kiosk. "Gib ma 'taz'", sagt der Mann. Fassungsloses Schweigen am Kiosk. Endlich prustet der Schmierbauch los. Alle lachen über seinen Witz.

Slogan: "taz ist nicht für jeden. Das ist OK so."

Die Axel Springer AG hat die "tageszeitung" aufgefordert, diesen Kino-Spot nicht mehr zeigen zu lassen. Die Anwälte erklärten, es handle sich um eine "Rufausbeutung der Marke 'Bild'" und um "un- zulässige vergleichende Werbung". Die "taz" will die ihr gesetzte Frist einfach verstreichen lassen.

Soweit das BildBlog. Falls die BILD doch recht bekommen und der Spot eingestampft werden sollte, könnt Ihr ihn Euch noch schnell hier runterladen.