Freitag, Mai 30, 2008

Schönes Wochenende!

Es ist mal wieder so weit - das Wochenende steht vor der Tür. Erholt Euch gut, macht was Nettes und denkt daran: vor Montag wird es wie immer nur unregelmäßige, möglicherweise auch gar keine Updates geben.

Zum Thema Datensicherheit

Dass Daten, die man von der Festplatte gelöscht hat, nicht unwie- derbringlich verschwunden sind, ist bekannt. Manchmal kann das nahezu lebensrettend sein, manchmal aber auch sehr ärgerlich, zum Beispiel, wenn man sein Notebook verkauft.
Die Möglichkeiten, scheinbar verlorene Dateien zu retten, werden immer ausgefeilter - nun ist es gelungen, 99 Prozent der Infor- mationen von einer Festplatte zu holen, die sich 2003 an Bord des verunglückten Spaceshuttles Columbia befunden hat. Die Raumfähre hatte sich in einer Höhe von 60 Kilometern in ihre Einzelteile aufgelöst, die dann mit 18facher Schallgeschwindigkeit brennend Richtung Erde stürzten.
Nun, sollte ich je mein Notebook entsorgen wollen, werde ich die Festplatte mehrfach überfahren, anschließend schreddern, die Reste mit Benzin übergießen und schließlich um das Feuer tanzen. Wobei das eigentlich genau das ist, was mit der NASA-Festplatte passiert ist, mal abgesehen vom Tanzen.
Mist.

Infomercial von 1997

Heute mal zwei Listen

Die zehn grandiosesten Schurken, gegen die James Bond bisher an- treten musste - und die neun lächerlichsten.

Abt. Unnützes Wissen

Damit Ihr auf der nächsten Party punkten könnt, findet Ihr hier 150 mal mehr, mal weniger gründlich recherchierte Fakten der Kategorie "so interessant wie unnütz".

Donnerstag, Mai 29, 2008

Pong!

Wie mir einmal ein wenig blümerant ward

Es gibt Dinge, die lassen Ungutes ahnen - wenn man herausfindet, dass das Häuschen auf einem alten Indianerfriedhof steht, zum Beispiel. Oder dass neuerdings Suul im Kühlschrank wohnt. Oder dass sich Schwärme von Schmeißfliegen auf der Motorhaube niedergelas- sen haben und einem aus der Fahrzeuglüftung ein widerwärtiger, süßlicher Verwesungsgeruch entgegenschlägt. Letzteres war gestern morgen bei mir der Fall. Der Gestank war mir schon am Dienstag aufgefallen, da hatte ich aber noch vermutet, er käme aus der Umgebung (ich parkte gerade vor einem LIDL). Gestern war klar: irgendetwas ist in meinem Motorraum verendet. Für einen kurzen Moment spiele ich mit dem Gedanken, mein Auto umgehend bei eBay einzustellen (Selbstabholer). Es ist mir aber doch irgendwie ans Herz gewachsen, nach allem, was wir gemeinsam erleben durften. Also muss ich das Problem lösen, und zwar schnell.
Ich parke den Golf direkt an einer niedrigen Mauer, hinter der das Ödland des Friedrichstädter Güterbahnhofs beginnt. Dorthin kann ich gegebenenfalls den Kadaver entsorgen. Dann gehe ich zurück in meine Wohnung und stelle die Ausrüstung zusammen:
  • kleine Plastiktüte als Handschuh-Ersatz - Check!
  • Zange, um den Kadaver herauszuziehen - Check!
  • Schraubenzieher für die "Feinarbeit" - Check!
  • Rolle Klopapier zur Grobsäuberung - Check!
  • 1,5 Liter Wasser zur Feinsäuberung, bzw. um den Geschmack von Erbrochenem aus dem Mund zu spülen - Check!
Es kann losgehen. Was wird mich wohl unter der Motorhaube erwarten? Hoffentlich nur eine Maus. Vielleicht aber auch ein Marder. Oder eine Katze. Oder Katzenfrikassee. Am liebsten würde ich mir ein ordentliches Glas Schnaps genehmigen, aber ich muss im Anschluss noch fahren. Selbst dieses traditionelle Ritual des Grabenkriegers unmittelbar vor der Schlacht bleibt mir also verwehrt. Ich mache mich auf den Weg [An dieser Stelle bitte Conquest Of Paradise von Vangelis einspielen]. Als ich am Auto ankomme, stiebt eine Wolke Fliegen auf, und der Verwesungsgeruch ist inzwischen schon aus einigen Metern Entfernung wahrnehmbar. Wie ein Chirurg im OP lege ich die Instrumente zurecht, öffne die Fahrertür, halte einen Moment inne und ziehe dann an dem Hebel, der die Motor- haube entriegelt.
Ich weiß nicht, wie es bei Eurem Auto ist. Beim Golf ist zum Öffnen der Haube neben der Betätigung des besagten Hebels noch ein zweiter Schritt nötig: man muss ein paar Zentimeter weit unter die Abdeckung greifen und sich dann entlang tasten, bis man auf einen Haken stößt. Erst, wenn dieser Haken ebenfalls entriegelt ist, hat man Zugang zum Motorraum. Ich starre einen Augenblick auf den schmalen Spalt zwischen Kühlergrill und Haube, der durch mein Ziehen am Hebel entstanden ist. Irgendwo da drinnen liegt etwas Totes - man kann es deutlich riechen, und ich rechne während der Suche nach dem Haken jeden Moment damit, in etwas Matschiges zu greifen. Ob man bei solchen Fällen den ADAC rufen kann? Dann macht es "Klick!", ich halte die Luft an und klappe die Motorhaube nach oben.
Zuerst sehe ich nichts Ungewöhnliches. Es ist also schon mal nicht der Worst Case, und ich lerne in diesem Augenblick erneut, auch für die kleinen Dinge des Lebens dankbar zu sein. Meine Nase führt mich schließlich zu einer Elster, die ihr Leben zwischen den Schläuchen, Bauteilen und Kabeln ausgehaucht hat. Der eine oder andere mag jetzt denken: "Das ist aber eine ganze Menge Geschichte für das bisschen Pointe...", und zugegeben, es hätte wesentlich schlimmer kommen können. Aber Elstern sind ganz schön große Vögel, und diese hier befindet sich in einem Zustand fortgeschrittener Suppigkeit, wie ein zögerliches Anstupsen mit dem Schraubenzieher sofort deutlich macht. Die Szenerie lässt mich die Zähne blecken und mehrfach unartikuliert grunzen. Der Mann, der zehn Meter hinter meinem Golf steht und telefoniert, dürfte seinem Gesprächspartner in diesem Moment mit ungläubiger Stimme berichten, dass er einen Typen beim Vergewaltigen seines Autos beobachtet.
Ich ziehe die Tüte straff, die mir als Handschuh dient, und greife mit spitzen Fingern nach einem Flügel des Flatterviehs. Er löst sich ohne jeden Kraftaufwand vom gefiederten Körper. Soviel zu diesem Plan. Es hilft alles nichts: ich werde den Vogel in die Hand nehmen müssen, mit nichts als einem Millimeter schmiegsamer Plastikfolie zwischen meiner Haut und der bestialisch stinkenden Elster. Wenigstens bleibt sie diesmal in einem Stück, und ihr letzter Flug führt sie über die Mauer auf eine Wiese. Blumen blühen dort, und ab und zu fährt ein Zug aus fernen Ländern vorbei. Sie wird es gut haben. Ich winke ihr mit einer in eine verschmierte Plastiktüte gehüllten Hand nach, spüle den Motorraum mit Wasser ab und sinne darüber nach, wie viel Alkohol notwendig sein wird, um die letzte Viertelstunde für immer aus meinem Gedächtnis zu bannen.

Mittwoch, Mai 28, 2008

Waterboarding für die Ohren

Wer seinen Kollegen einen zünftigen Anlass für unbarmherziges Mobbing bieten will, muss lediglich seine Computerboxen aufdrehen, hier, hier oder hier klicken und in die Mittagspause gehen.

Matinee am Mittwoch

Die Städte dieser Erde bei Nacht, von der ISS aus aufgenommen:

Abt. Urban Exploration

Freunde von Geisterstädten, modernen Ruinen und verlassen Gebäuden werden bei den zahlreichen Bildergalerien von Opacity auf ihre Kosten kommen.

Für Grafik-Freunde

Wenn man bei einem Vortrag nichts Substantielles zu sagen hat, beeindruckt man die Zuhörer am Besten mit ein paar hübschen Grafiken. Die findet Ihr zuhauf bei GrafJam, wo Besucher selbst gebastelte Exponate mit Bezug zur Popkultur einschicken können (und das ist unterhaltsamer, als es klingt).

Dienstag, Mai 27, 2008

Freakviertel Reloaded?

Diejenigen unter Euch, die hier noch nicht so lang mitlesen - setzt Euch; schön, dass Ihr da seid - haben sich vielleicht schon mal gefragt: Warum "Freakviertel" Friedrichstadt? Sooo abgefahren ist es dann auch wieder nicht, was der da beschreibt... Nun, das war nicht immer so. Noch vor wenigen Jahren führten Sozialwissenschaftler die Berliner Str. 40 als eines der beeindruckendsten Beispiele dafür an, bis zu welchen Extremen der Mensch bereit, auf andere Menschen zu scheißen; Homo hominem latrinum est. Da flogen regelmäßig leere Glasflaschen direkt aus dem Fenster auf die Straße. Zu jeder Tages- und Nachtzeit hämmerten Bässe teilweise stundenlang in einer solchen Lautstärke durchs Haus, dass ich bei Telefonaten meinen Ge- sprächspartner manchmal nicht mehr verstanden habe. Im Treppen- haus lag Müll, aus den Fenstern wurden zum Spaß Obszönitäten gegröhlt.
Das war, wie gesagt, früher. Inzwischen beschränkt es sich weit- gehend auf den ganz alltäglichen Wahnsinn, den man überall beobachten kann, wo viele Menschen auf einem Haufen zusam- menleben. Woher dieser Wandel kam? Das ist nicht mit abschließender Sicherheit zu sagen; ich habe da aber eine Theorie. An 70 % der damaligen Ruhestörungen war eine ganz bestimmte Person aus dem Haus beteiligt, zum guten Teil als Hauptverursacher. Vor knapp zwei Jahren war diese Person plötzlich nicht mehr da (Rausgeklagt? Knast?), und die Situation normalisierte sich rasch. Auf einmal konnte man mit einer gewissen Sicherheit von ungestörter Nachtruhe ausgehen und wagte sogar wieder, das Auto direkt vor dem Haus abzustellen. Heute mittag habe ich ihn zu meinem Entsetzen wieder im Hausflur getroffen und hoffe seitdem inständig, dass er nur irgendjemand besucht. Leider sind aber seit letzter Woche wieder fast täglich Bässe zu hören, und seit Freitag wurde an jedem Abend zwischen 23 Uhr und 1 Uhr ein großkalibriger Böller auf die Straße geworfen (ehedem ein Klassiker im Freakviertel).
Nun, bislang ist es im Vergleich zu damals noch recht harmlos. Wenn es aber wieder so eskaliert, bin ich hier raus - Ciao, Friedrichstadt. Dabei hatte ich unmittelbar vor meiner Begegnung mit ihm ein richtig schönes Erlebnis: In der Wohnung nebenan wohnt ein Rentner-Ehe- paar, mit dem ich ab und zu ein paar Sätze Smalltalk führe. Daher wissen sie, dass ich bis vor kurzem über meiner Magisterarbeit gebrütet habe. Und vorher auf der Straße haben sie mich ange- sprochen: "Darf man gratulieren?" - selbstverständlich durfte man. Wir haben uns dann noch dermaßen nett unterhalten, wie ich es im Freakviertel nur höchst selten erlebt habe. So war das immer in der Berliner Str. 40: Irrsinn und Normalität leben ebenso Tür an Tür wie Freundlichkeit und arschiges Benehmen. Und während ich diese Zeilen schreibe, wummern die Bässe...

Mutter Natur lässt grüßen.

Abt. Sachgeschichten

History World ist eine umfangreiche, aber einigermaßen übersichtlich gestaltete Seite, die dem Besucher zahlreiche Aspekte der Weltge- schichte durch Zeitlinien, Überblicksartikel und vielem mehr näher- bringen möchte.

Abt. Lachgeschichten

Wer die Cartoons von Gary Larson mag, wird auch bei Nearing Zero seine Freude haben: Ihr findet dort eine Sammlung von meist intelligenten Cartoons mit reichlich schwarzem Humor, deren Pointen oft wissenschaftlich angehaucht sind.